ERLEBEN SIE DAS BERGWERKABENTEUER
 
 
Das "Val d'Argent" ist zweifelsohne eines der bemerkenswertesten Bergbaugebiete Europas. Dreißig Jahre archäologischer Forschungen an ungefähr vierzig Grabungsstätten haben einem Team von Wissenschaftlern der ASEPAM erlaubt, die Kenntnisse des Montanerbguts auf eine bemerkenswerte Art zu erweitern. Mehr...
Damit Sie dieses erstaunliche Universum entdecken können, haben die Mitglieder der ASEPAM einen Rundgang von ungefähr einem Kilometer geschaffen. Dieser Ausbau ist das Ergebnis der Workcamps, die seit den achtziger Jahren stattfinden und Jugendliche aller Länder und Horizonte empfangen. Seit 30 Jahren haben begeisterte Archäologen und Höhlenforscher 70 km Stollen und Schächte erforscht.
 
« Was die Qualität, die Dynamik, die Erschließung und Bewahrung der Überreste einer glänzenden Vergangenheit betrifft, würdigt die ASEPAM heute die stolzen Menschen, die früher unter dieser Erde in einer Epoche arbeiteten, die das Ansehen des Tals von Sainte-Marie-aux-Mines bis in die Enzyklopädien brachte »*
     
Eine großzügige Natur

lm Herzen der kristallinen Vogesen hat es ein glückliches Zusammentreffen geologischer Ereignisse gegeben, die das Tal von Sainte-Marie-aux-Mines mit den reichsten silberhaltigen Erzgängen unseres Landes bedacht haben. Das Silber füllt dort die Erdspalten; Kupfer, Blei, Zink, Kobalt, Arsen, Antimon und viele andere Metalle bilden sein Gefolge. Ihre Kombinationen erscheinen in nicht weniger als 150 Mineralarten.
 
Die ersten Bergleute : Mönche ?

Sehr früh wissen die Menschen diese Überfülle zu Arbeit zu machen. Die "Erfinder" des Bergbaus, so die Chroniken, seien die Mönche von Echery gewesen. Die Archäologie bestätigt dies: die antiken Überreste reichen mindestens bis in die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts zurück. Man konnte damals eine beeindruckende Reihe von Schächten sehen, die sich auf die Rücken der Erzgänge verteilten. Aber nach und nach, im Laufe der Jahrhunderte, dringt die Ausbeutung in die Tiefe vor. Dort bleibt sie stecken, denn die Kriege und die Rezession des späten Mittelalters fördern die Konjunktur keineswegs.
 
     
 
Der Silberrausch

Und plötzlich, am Anfang des 16. Jahrhunderts, erwacht der Geist des Silbers. Die Wiederentdeckung erregt großes Aufsehen. 3000 Bergleute strömen aus Mitteleuropa herbei. Sie bringen ihr Können mit, Frucht einer regelrechten technischen Revolution; sie werden ein neues "Val d'Argent" formen: seinen Untergrund, seine Landschaft, seine Architektur, seine Traditionen. Die Herren von Ribeaupierre, Vasallen des Hauses Österreich, einerseits, und die Herzöge von Lothringen auf der linken Seite des Tals teilen sich die Reichtümer. Innerhalb eines Jahrhunderts werden die 30 bis 40 Erzgänge bis in beträchtliche Tiefen geleert. Dann beginnt ein langsamer Niedergang: Wasser strömt in die Tiefen, die Vorräte schwinden, der Preis des Silbers sinkt. Gegen 1635 verursacht der Krieg den Todeskampf einer Industrie, die nicht sterben wollte.
     
Eine verzweifelte Suche

Die Gruben liegen nun ein dreiviertel Jahrhundert lang brach. Die Entdeckung des Kobalts, (aus dem man die blaue Farbe gewinnt) ist der Auslöser für einen Wiederbeginn. Die Geräusche der Werkzeuge ertönen erneut unter der Erde; neue Techniken erlauben den Bewirtschaftern, noch tiefer vorzudringen. Aber die sagenhaften Funde werden seltener und der Ertrag ist nicht mehr, was er einmal war. Die französische Revolution setzt dieser letzten relativ blühenden Epoche ein Ende. Das 19. und 20. Jahrhundert bestehen nur aus einer Reihe von Misserfolgen, die man durch die Unkenntnis der alten Arbeiten, aber auch durch die Erschöpfung der Adern erklären kann.
 
Höhlenforschung und Archäologie : die Gruben von morgen

Gegenwärtig entdeckt man das Erbe dieser glänzenden Vergangenheit. Besser noch, man macht daraus einen Trumpf für die Zukunft. Seit 35 Jahren haben die Höhlenforscher und Archäologen nach und nach die Hindernisse überwunden, die ihre Nachforschungen hemmten, und heute sind mehr ais 70 Kilometer Stollen und Schächte bekannt. Sie haben einen Zugang zum bergbaulichen Erbe entwickelt, der mehrere Wissenschaftsgebiete beinhaltet und sowohl die Geschichte, die Archäologie wie auch die Wissenschaften der Erde umfasst.



   
Text : ASEPAM B. Ancel, P. Fluck
*Guy Naudo Mitg1ied der Académie d'Alsace, Regionalrat des Elsaß, Vizepräsident der Departementvertretung Haut-Rhin. 1990